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BokkMan (Armin Herrmann)

Gitarren, Backgroundgesang, Lichtbildinstallationen

Muttis Wissen um die Bedienung von Klavier und Akkordeon sowie Vatis bei den Pfadfindern erworbene Fertigkeiten in der Disziplin lauthalses Lagerfeuerschrammelgitarren-Liedgut hatten zunächst keine Auswirkungen auf BokkBoys Entwicklung.

Den schulischen Musikunterricht am südlichen berliner Stadtrand verbrachte er mit popeln und schwatzen – mit katastrophalen Zensuren als Folge. Immerhin kam Papas Wanderklampfe, inzwischen auf zwei, nur noch mit der Zange zu stimmende Saiten reduziert, bei postkindlichen Musiziersimulationen noch zu später Blüte. Mittels eines an ein Röhrenradio angeschlossenen Mikrofons gab sie bis dato ungehörte Geräusche von sich, begleitet von arhythmischem Waschmitteltrommelgeklopfe.

Dem Zeitgeist folgend erwarb BokkYoungMan wenige Jahre nach Woodstock und kurz vor Jimi Hendrix´ Ableben vom Lehrlingslohn eine richtige Gitarre und verbrachte fortan viel Zeit in hallenden Treppenhäusern mit molllastigen 2-Akkord-Variationen oder mit ebenso endlosen Blues-Sessions mit Gleichgesinnten beim Duft von Räucherstäbchen und anderen stark riechenden Substanzen. Dabei brannten sich Rhythmen und Klänge so tief in die Hirnrinde ein, dass ein Leben ohne Musik jetzt nicht mehr vorstellbar war. Noten galten als spießig, intuitives Spiel als progressiv. Ein erster Stromgitarrenversuch Mitte der 70er-Jahre in einer Rhythm´n Blues- und Südstaatenrock-Langhaarband war rasch wieder Geschichte.

In der Folgezeit widmete sich BokkMan der Entwicklung von Akkustik-Miniaturen – bevorzugt mit obertonreichen offenen Akkorden und groovigen Rhythmen, nicht selten auf umgestimmter Gitarre. Rund 18 Jahre später erlösten BokkTom und BokkBo ihn aus diesem musikalischen Schneewittchensarg. Ab jetzt wurde gerockt. Trotz seines Wirkens in der von Vergnügen zu Vergnügen eilenden Band BOKKOMBO lässt BokkMan seine Akkustikklampfe nicht verstauben. Aus unregelmäßigen Treffen mit Freunden (u. a. aus der Jazzband PARZELLE 45) zum Zwecke des Absingens alter Hippiehymnen hat sich ein harter Kern mit sich allmählich entwickelndem Repertoire herauskristallisiert.